Rundbrief September

Die Hüllen des Seins

Ein schöner und warmer Sommer neigt sich seinem Ende zu. Der September ist da und wir vom Yogaraum möchten Sie mit dieser Ausgabe der Neuigkeiten über unser Programm informieren. Das Thema für diese Ausgabe sind die Shariras & Koshas

Um herauszufinden, wie sich unser innerstes Wesen durch eine aktive Yogapraxis enthüllen lässt, erforschten die Yogameister die verschiedenen Hüllen oder Schichten unserer Existenz. Sie begannen beim Körper und drangen durch die Hüllen des Geistes und der Intelligenz bis schließlich zur Seele vor. Die yogische Reise führt uns von der Peripherie, dem Körper, bis zur Mitte unseres Seins, der Seele. Das Ziel besteht in einer Integration der verschiedenen Schichten, damit das Göttliche aus dem Innern wie durch klares Glas nach außen scheint.

In uns allen wohnt das Ziel der spirituellen Verwirklichung, die Suche und das Streben nach unserem göttlichen Wesenskern. Dieser Kern, ruht latent in uns. Es geht also um eine Reise nach innen, damit sich der innere Kern offenbaren kann.  Iynegar

Aber der Einfachheit halber und um uns auf unserer Reise Hilfestellung zu geben, beschreibt Yoga den Menschen in den Begriffen dieser einzelnen Schichten. Wir sollten uns vorstellen, dass sie ineinander übergehen wie die Regenbogenfarben. Dieser traditionellen Beschreibung folgend besteht der Mensch nach der Vedanta-Philosophie aus drei Leiber (shariras), die die Seele umkleiden. Sie bestehen aus fünf einander durchdringenden und voneinander abhängigen Hüllen (koshas), die vollkommen integriert und in Einklang miteinander sein müssen, damit wir zur Ganzheitlichkeit gelangen können.

Diese drei Shariras heißen:

a) Sthula - der grobstoffliche Leib oder die anatomische Hülle
b) Sukshma - der feinstoffliche Leib, der sich aus der physiologischen, der psychischen und der intellektuellen Hülle zusammensetzt. Er wird auch als Astralkörper bezeichnet.
c) Karana - der sogenannte Ursachen- Kausalleib. Er wird so bezeichnet, da er die Ursache des grob- und feinstofflichen Körpers ist.

Die fünf Koshas sind:

annamaya kosha - Der physische Körper „Anatomie-Stabilität“

Zuordnung - sthula sharira

pranamaya kosha - Der Energie-Körper „Vitalität-Biochemie“
monomaya kosha - Der Mental-Körper „Klarheit-Emotionen“                              
vijnanamaya kosha - Der Körper der Weisheit  „Einsicht-Weisheit“

Zuordnung - sukshma sharira

anandamaya kosha - Der Körper der Glückseligkeit  „Freude“                          

Zuordnung - karana sharira

Jede Hülle überlappt und vermischt sich mit der nächsten. Doch muss, damit die von uns gewünschte Integrität und Ganzheitlichkeit erreicht werden kann, die Kommunikation vom Inneren zum Äußeren und vom Äußeren zum Inneren fließen. Nur dann sind wir zu einem ganzheitlich funktionierenden menschlichen Wesen verbunden. Befinden sich diese feinstoffIichen Hüllen in einem Zustand der Disharmonie, erfahren wir Krankheit und Verzweiflung. Echte Gesundheit erfordert nicht nur, dass das körperlich Äußere unseres  Wesens effektiv funktioniert, sondern es bedarf auch der Vitalität, Stärke und Sensibilität der inneren feinstofflichen Ebenen.

Die Yoga-Praxis lehrt uns, körperlich und spirituell voll und ganz zu leben, indem wir jede dieser verschiedenen Hüllen kultivieren und rund sep16 08aufeinander ausrichten.

Zu erkennen gilt es: Wenn Sie Yoga auf die richtige Weise und mit der richtigen Einstellung leben und üben, sich weitaus größere Vorteile und  Veränderungen ergeben werden, als bloße körperliche Gelenkigkeit. Ohne Transformation gibt es keinen Fortschritt auf dem Weg zur absoluten Freiheit und das ist der springende Punkt im Leben aller Menschen, gleich ob sie Yoga praktizieren oder nicht.

Wer den Weg des Yoga geht, muss verstehen, wie notwendig es ist, dass die Shariras & Koshas integriert sind und sich in Balance befinden.